Sonntag, 11. Mai 2014
Phantasie und Wirklichkeit – II
Das Reiten auf den Phantasien
Das Reiten auf den Phantasien.
Eins sein, Reiter und Ross.
Wunschvorstellungen, Pläne, Ziele werden zu Wirklichkeit.
Ein Traum wird zu einem Text.
Eins sein,
Körper an Körper,
Die Beine umschlingend den Rumpf,
Die Wärme durchdringend den Becken,
Das Taumeln, das Schwanken, das Wanken,
Das Zuckeln und Zockeln,
Das Trippeln und Trotten,
Das Eilen und Jagen,
Das Sausen und Brausen,
Das Spurten, das Sprinten.
Das Rennen, das Springen.
Das Wallen der Wellen.
Überquerend schäumende Meere,
Fliegend durch Täler und Höhen,
Besuchend Himmel und Sterne.
Eins sein
Körper und Kopf,
Gefühl und Verstand,
Glut und Gleichmut
Sturm und Fassung,
Rausch und Ruhe,
Raserei und Haltung,
Spannung und Gelassenheit,
Sinnlichkeit und Besinnlichkeit.
Höhenflug und Tiefenschärfe.
Ein kleiner Schritt zur Seite und der Stacheldraht zerfetzt das Fleisch,
Ein halber Kopf höher und der hängende Ast wirft den Körper zu Boden,
Ein bisschen enger die Kurve und das Bein bleibt zerquetscht am Felsenrand.
Und doch das Gefühl der Macht, der vollen Beherrschung der Bewegung,
Die Zügel in der Hand, die Fersen in den Rippen, die völlige Bewältigung der Kraft.
Das Fliegen auf den Flügel der Phantasien,
Und doch die Zähmung der Gefühle.
Das Reiten auf den Träumen,
Aber das Bewusstsein der Möglichkeit des Aufwachens,
Jedes Moment wissend dass man zurückkommen kann.
Man treibt aber lässt sich treiben,
Man trägt aber lässt sich tragen.
Das Fliegen, aber die Möglichkeit des Niederlassens.
Der Rausch des Galopps,
Und doch die völlige Kontrolle.
Ein Millimeter kürzer die Zügel,
Und vom Galopp bleibt nur noch das schwere ein und ausatmen,
Das ausdehnen und schrumpfen der Rippen.
Vom wilden wallenden Wind bleibt nur die behutsame, besonnene Brise.
Ruhe.
Stillstand.
Schweigen.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen