Als ich meine Schublade
aufräumte, fand ich diese Geschichte über "Berinjela", unsere Katze. Ein Überbleibsel aus "Über die Sezualität..." (2015). Warum habe ich sie
damals nicht veröffentlicht? Ich weiß es nicht mehr, aber ich kann es mir
denken. Wahrscheinlich schämte ich mich. Aber Liebe ist doch schön? Liebe ist
schön, wenn sie schön gemacht wird. Hier wird nicht viel gemacht, aber
trotzdem... es ist schön. So finde ich es heute.
Ich liebe Berinjela. Und
selbstverständlich, wie bei jeder Liebe, ist auch Sexualität damit verbunden. Sexualität
ist ein weiter Begriff. Kann, aber muss nicht, Geschlechtsverkehr einschließen.
Forte und piano,
manchmal pianissimo, aber dann auch
wieder fortissimo, daraus besteht die
Liebessymphonie. Auf das Allegro
folgt das Adagio.
Ich versuche zart mit ihr zu sein, streichle sie sanft, denn ich weiß, das
liebt sie am meisten. Aber manchmal packt mich der Übermut, und ich bin dann allzu
heftig in meiner Liebesoffenbarung. Erschreckt, flüchtet sie in einer Ecke, und
versucht mir zu entkommen.
Aber auch Sanftmut hält Berinjela nicht
lange aus. Wenn ich viel Zeit übrig habe, oder besonders entspannt bin, investiere
ich meine ganze Kreativität in Zärtlichkeitsversuche, und dann hält sie es
etwas länger aus. Aber jeder Vorrat geht ja mal zu Ende, und ich bin dann in
einer Bewegung zu abrupt, eine Welle schlägt zu stark und, schwupp, gleitend
schlupft sie aus meinen Armen.
Ich lächle verlegen, bin aber doch irgendwie frustriert und verletzt. Zugegeben,
ich habe, mit der Sterilisation, sie um ihre Sexualität beraubt. Jetzt beraubt
sie mich um den Raum meiner Liebesversuche. Auge für Auge, Zahn für Zahn. Man
erntet was man sät.
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