Dienstag, 14. April 2020

Misch-masch


Als ich meine Schublade aufräumte, fand ich diese Geschichte über "Berinjela", unsere Katze. Ein Überbleibsel aus "Über die Sezualität..." (2015). Warum habe ich sie damals nicht veröffentlicht? Ich weiß es nicht mehr, aber ich kann es mir denken. Wahrscheinlich schämte ich mich. Aber Liebe ist doch schön? Liebe ist schön, wenn sie schön gemacht wird. Hier wird nicht viel gemacht, aber trotzdem... es ist schön. So finde ich es heute.



Ich liebe Berinjela. Und selbstverständlich, wie bei jeder Liebe, ist auch Sexualität damit verbunden. Sexualität ist ein weiter Begriff. Kann, aber muss nicht, Geschlechtsverkehr einschließen.

Forte und piano, manchmal pianissimo, aber dann auch wieder fortissimo, daraus besteht die Liebessymphonie. Auf das Allegro folgt das Adagio.

Ich versuche zart mit ihr zu sein, streichle sie sanft, denn ich weiß, das liebt sie am meisten. Aber manchmal packt mich der Übermut, und ich bin dann allzu heftig in meiner Liebesoffenbarung. Erschreckt, flüchtet sie in einer Ecke, und versucht mir zu entkommen.

Aber auch Sanftmut hält Berinjela nicht lange aus. Wenn ich viel Zeit übrig habe, oder besonders entspannt bin, investiere ich meine ganze Kreativität in Zärtlichkeitsversuche, und dann hält sie es etwas länger aus. Aber jeder Vorrat geht ja mal zu Ende, und ich bin dann in einer Bewegung zu abrupt, eine Welle schlägt zu stark und, schwupp, gleitend schlupft sie aus meinen Armen.

Ich lächle verlegen, bin aber doch irgendwie frustriert und verletzt. Zugegeben, ich habe, mit der Sterilisation, sie um ihre Sexualität beraubt. Jetzt beraubt sie mich um den Raum meiner Liebesversuche. Auge für Auge, Zahn für Zahn. Man erntet was man sät.


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