Ich hatte es satt von so viel Meckerei, als mir Heinrich Mann zu Hilfe kam. Auch hat mir der Titel der Manns Kurzgeschichte bei der Entscheidung geholfen, denn es ist genau derselbe als in Hasenclevers Stück. Es wird also leichter die Sachen zusammen zu halten.
Heinrich Mann würde ich nicht dem Expressionismus zuordnen, aber möglicherweise kann man die eine oder andere seiner Arbeiten dort einstufen. Jedenfalls steht die Erzählung in dem Buch über Expressionistische Prosa, man kann also gegen mein Alibi nichts einwenden.
Die Strategie hat funktioniert und ich kann jetzt erleichtert atmen. Endlich mal etwas vernünftiges! Endlich mal etwas wo man sich entspannen kann, denn Kritik bedeutet Spannung. Außerdem gibt es immer ein bisschen Überheblichkeit und man will sich doch dem Kunstwerk geben, man will doch nicht immer über oder unter, sondern auch mal dabei sein, nicht wahr?
Ein Mann, der versucht zu Hause die Rolle eines ideellen Ehegatten und Vaters zu spielen, wird von seiner Arbeit entlassen. Das Spiel lässt sich also nicht weiterspielen und seine Werte zerfallen. Er lernt eine andere Frau kennen und versucht einen neuen Anfang. Aber auch hier versagt der Unschlüssige. Er kehrt zurück zu seiner ersten Frau, aber sie stirbt. Was wird jetzt aus dem Idealbild? Was wird aus den Kindern?
Er versucht sich aufzuraffen und am Anfang hat er auch Erfolg. Aber er ist nicht mehr der Jüngste, die Zeit vergeht und das Alter kommt. Ein Konkurrent, ein jüngerer, erscheint und es entsteht ein Kampf. Wie der Kampf ausgeht, sage ich nicht, denn ich will nicht den Spielverderber spielen.
Alles ist ein bisschen umständlich formuliert. Auch ein bisschen zu viel Pathos ist dabei. Expressionismus? Aber hier meckere ich schon wieder!
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