Samstag, 12. Februar 2022

Meine Reise in Heines deutsches Wintermärchen - Teil 5

CAPUT X

 

 Dicht hinter Hagen ward es Nacht,
Und ich fühlte in den Gedärmen
Ein seltsames Frösteln. Ich konnte mich erst
Zu Unna, im Wirtshaus, erwärmen.

Ein hübsches Mädchen fand ich dort,
Die schenkte mir freundlich den Punsch ein;
Wie gelbe Seide das Lockenhaar,
Die Augen sanft wie Mondschein.                         (X-8)

Den lispelnd westfälischen Akzent
Vernahm ich mit Wollust wieder.
Viel süße Erinnerung dampfte der Punsch,
Ich dachte der lieben Brüder,

Der lieben Westfalen, womit ich so oft
In Göttingen getrunken,
Bis wir gerührt einander ans Herz
Und unter die Tische gesunken!                               (X-16)

 Ich habe sie immer so liebgehabt,
Die lieben, guten Westfalen,
Ein Volk, so fest, so sicher, so treu,
Ganz ohne Gleißen und Prahlen.

 Wie standen sie prächtig auf der Mensur
Mit ihren Löwenherzen!
Es fielen so grade, so ehrlich gemeint,
Die Quarten und die Terzen.                                   (X-24)

 Sie fechten gut, sie trinken gut,
Und wenn sie die Hand dir reichen
Zum Freundschaftsbündnis, dann weinen sie;
Sind sentimentale Eichen.

Der Himmel erhalte dich, wackres Volk,
Er segne deine Saaten,
Bewahre dich vor Krieg und Ruhm,
Vor Helden und Heldentaten.                                (X-32)

 Er schenke deinen Söhnen stets
Ein sehr gelindes Examen,
Und deine Töchter bringe er hübsch
Unter die Haube - Amen!

 

 

 

  • Der Kern dieses Kapitels bilden die Burschenschaften und der damit verbundene Nationalismus. Die Burschenschaften haben eine bedeutende Rolle in der liberalen Bewegung, die in der 1848 Märzrevolution gipfelte, gespielt. Der Nationalismus spielt eine wichtige Rolle in der deutschen Reichsgründung. Mittels Ironie werden diese Ideen in ein kritisches Licht gebracht.

  •  In Unna erinnert sich Heine an seiner Göttinger Studienzeit und seine September 1820 Wanderung durch Westfalen (Krüger S. 313).
  •  Er gehörte der Studentenverbindung Westphalia (siehe X-13 u. ff.). Quarten und Terzen sind Fechthiebe. Löwenherzen steht für mutig, tapfer und furchtlos.
  •  Mensur: Abstand zweier Fechter voneinander (Wahrig) (X-21).
  •   Die Eiche in X-28 ist ein Symbol deutscher Identität, die dann oft in Sentimentalität ausartet. Es kommen noch fechten, trinken, Krieg, Ruhm, Helden und Heldentaten, und das Arsenal ist komplett.
  •  Unter die Haube bringen bedeutet verheiraten (Duden).
  •   Für die Männer den Beruf (gelindes Examen), für die Frauen die Heirat (unter der Haube bringen). Somit lässt sich die Quintessenz des Spießbürgertums synthetisieren. Gelinde steht für sanft, leicht, mild. Obwohl man gerne von harte Arbeit spricht, ist die Quintessenz nicht die harte sondern die gelinde Arbeit. Ein Hauch aristokratische Frivolität wird also vom Bürgertum übernommen. 

 

 

CAPUT XI

 

Das ist der Teutoburger Wald,
Den Tacitus beschrieben,
Das ist der klassische Morast,
Wo Varus steckengeblieben.

Hier schlug ihn der Cheruskerfürst,
Der Hermann, der edle Recke;
Die deutsche Nationalität,
Die siegte in diesem Drecke.                               (XI-8)

Wenn Hermann nicht die Schlacht gewann,
Mit seinen blonden Horden,
So gäb es deutsche Freiheit nicht mehr,
Wir wären römisch geworden!

In unserem Vaterland herrschten jetzt
Nur römische Sprache und Sitten,
Vestalen gäb es in München sogar,
Die Schwaben hießen Quiriten!                          (XI-16)

Der Hengstenberg wär ein Haruspex
Und grübelte in den Gedärmen
Von Ochsen. Neander wär ein Augur
Und schaute nach Vögelschwärmen.

Birch-Pfeiffer söffe Terpentin,
Wie einst die römischen Damen.
(Man sagt, daß sie dadurch den Urin
Besonders wohlriechend bekamen.)                     (XI-24)

Der Raumer wäre kein deutscher Lump,
Er wäre ein röm'scher Lumpacius.
Der Freiligrath dichtete ohne Reim,
Wie weiland Flaccus Horatius.

Der grobe Bettler, Vater Jahn,
Der hieße jetzt Grobianus.
Me hercule! Maßmann spräche Latein,
Der Marcus Tullius Maßmanus!                              (XI-32)

Die Wahrheitsfreunde würden jetzt
Mit Löwen, Hyänen, Schakalen
Sich raufen in der Arena, anstatt
Mit Hunden in kleinen Journalen.

Wir hätten einen Nero jetzt,
Statt Landesväter drei Dutzend.
Wir schnitten uns die Adern auf,
Den Schergen der Knechtschaft trutzend.                   (XI-40)

Der Schelling wär ganz ein Seneca,
Und käme in solchem Konflikt um.
Zu unsrem Cornelius sagten wir:
»Cacatum non est pictum.«

Gottlob! Der Hermann gewann die Schlacht,
Die Römer wurden vertrieben,
Varus mit seinen Legionen erlag,
Und wir sind Deutsche geblieben!                              (XI-48)

Wir blieben deutsch, wir sprechen deutsch,
Wie wir es gesprochen haben;
Der Esel heißt Esel, nicht asinus,
Die Schwaben blieben Schwaben.

Der Raumer blieb ein deutscher Lump
In unserm deutschen Norden.
In Reimen dichtet Freiligrath,
Ist kein Horaz geworden.                                          (XI-56)

Gottlob, der Maßmann spricht kein Latein,
Birch-Pfeiffer schreibt nur Dramen,
Und säuft nicht schnöden Terpentin
Wie Roms galante Damen.

O Hermann, dir verdanken wir das!
Drum wird dir, wie sich gebühret,
Zu Detmold ein Monument gesetzt;
Hab selber subskribieret.                                         (XI-64)

 

  •  Das Thema dieses Kapitels ist die Varusschlacht. In diesem Kampf erlitten die Römer eine ernste Niederlage, die durch die Vereinigung der germanischen Stämme ermöglicht wurde. Das Kapitel feiert aber nicht den deutschen Sieg, sondern, im Gegenteil, befasst sich mit der Frage was geschehen wäre, hätten die Römer die Schlacht gewonnen. Diese Frage wird von der Perspektive preußischen Kulturlebens gemacht, und Heine kommt zu dem Schluss, dass mit Ausnahme von ein paar Äußerlichkeiten es wenige Veränderungen gegeben hätte, denn wer oben ist, bleibt gerne oben, und dient dem Herrn sei er Preuße oder Römer.

 

  • Der Teutoburger Wald ist ein hohes Mittelgebirge in Niedersachsen / Nordrhein-Westfalen, nicht weit von Bielefeld und Paderborn. Das Hermannsdenkmal liegt in der Nähe von Detmold. Es wurde von 1838 bis 75 gebaut und das Projekt ist von Ernst von Bandel. Es feiert die römische Niederlage in der Varusschlacht (9 n. Chr.). Gesiegt haben die Germanen unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius (Hermann der Cherusker 17 v. Chr. – 21 n. Chr.). Hermann wird als Symbol nationaler Identität, als Befreier Germaniens dargestellt.

 

  • Publius Quinctilius Varus (46/47 v. Chr. – 9 n. Chr.) hat die geschlagenen drei römischen Legionen geführt.

 

  •  Mit dem Hermannsdenkmal wird ein Nationalsymbol errichtet. Das Bündnis der germanischen Stämme, welches den Sieg ermöglicht hat, soll als Vorbild für die nationale Einheit dienen (Krüger S. 303-4).

 

  •  Sowohl die Baustelle des Hermanndenkmals als auch der Kyffhäuser (Kapitel XIV) hat Heine in der wirklichen Reise nicht besucht. Er kannte aber den Kyffhäuser von seiner Harzreise.

 

  • Der römische Geschichtsschreiber Tacitus (XI-2) hat über die Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr. berichtet.

 

  • Recke = starker Kämpfer (XI-6).

 

  • Er (Hermann) siegte in diesen Drecke (XI-8). Oder war es die deutsche Nationalität, die in diesen Drecke siegte? Oder beides? War es also ein dreckiger Sieg? Die Schlacht erfolgte in einen sumpfigen Gebiet, was Arminius ausgenützt hat. Scheinbar wurde Varus in einer Falle gelockt.

 

  • Die deutsche Freiheit (XI-11) die man Hermann, oder besser Arminius, zu danken hat, ist natürlich ironisch gemeint. Arminius wusste weder etwas von Deutschland, noch ist es fraglich ob er Freiheit, außer seine eigene, besonders geschätzt hat.

 

  • Vestalinnen (IX-15) waren, die zur strengen Keuschheit verpflichteten Priesterinnen der Vesta, römische Göttin von Heim und Herd.

 

  • Mit dem Wort Quiriten (XI-16) bezeichnet man die Bürger des antiken Roms. Hätten die Römer gesiegt, so wären sogar die Schwaben Bürger.

 

  • Hengstenberg wurde schon im Kapitel V erwähnt. Er war ein deutscher protestantischer Theologe, der Heine scharf angegriffen hat. Ein Haruspex war ein antiker Wahrsager, der aus den Eingeweiden von Opfertieren weissagte (XI-17).

 

  • Ob mit Neander in XI-19 Christoph Friederich Neander (1723-1802), evangelischer Pfarrer und Kirchenliederdichter, oder August Neander (1789-1850), evangelischer Theologe, gemeint wird, weiß ich nicht. Beide waren evangelische Geistliche. Ein Augur war ein römischer Beamte, der den Gotteswillen aus dem Flug und Geschrei der Vögel verkündete.

 

  • Charlotte Birch-Pfeiffer (1800-1868) war eine deutsche Schauspielerin und Schriftstellerin. Im alten Rom tranken feine Damen Terpentin um das Urin zu parfümieren. Hier tritt wieder einmal das Skatologische auf (XI-21-24).

 

  • Friedrich von Raumer (1781-1873) gehörte einer Adelsfamilie und schrieb die Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit (XI-25) (Reclam).

 

  • Ferdinand Freiligrath (1810-76) liebte auffallende, reiche Reime. Horaz, eigentlich Quintus Horatius Flaccus, war eines der bedeutendsten römischen Dichter. Die antike Lyrik war reimlos (Reclam) (XI-27).

 

  • Mit Vater Jahn (Turnvater Jahn) wird Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), deutscher Pädagoge, nationalistischer Publizist und Politiker, gemeint (XI-29). Er initiierte die deutsche Turnbewegung, die mit der frühen Nationalbewegung verknüpft war (Wikipedia.de). Er war einer der Gründer der Urburschenschaft. Man sollte nicht vergessen, dass es in Deutschland eine Reaktion gegen die Aufklärung und die damit verbundene Übergewichtung von Vernunft und Verstand (Kopf) gab. Die Betonung der Körperkultur ist Teil dieser Reaktion.

 

  • Hans Ferdinand Maßmann (1797-1874) war ein weiterer Mitglied der Urburschenschaft und auch Anhänger der nationaldeutschen Turnbewegung (Wikipedia) (XI-31 und 57). Me hercule ist ein Ausruf, so etwas wie Um Gottes Willen (vielleicht besser übersetzt als Bei Gott! oder Bei Herkules!). Herkules war bei den Griechen eine Halbgottheit. Seine Stärke ironisiert auch die Absichten der Turnbewegung.

 

  • Mit Wahrheitsfreunde (XI-33) werden die Publizisten gemeint. In Preußen werden sie so behandelt wie die frühen Christen im alten Rom.

 

  • Seneca (XI-41) war ein römischer Dichter und wurde Neros Lehrer. Er wurde von Nero der Beteiligung an einer Verschwörung beschuldigt, und zum Selbstmord, durch aufschneiden der Pulsadern, gezwungen.

 

  • Schelling wurde geheimer Rat im preußischen Dienst. Er war ein Hauptvertreter des deutschen Idealismus.

 

  • Peter von Cornelius (XI-43; 1783-1867) war ein deutscher Maler der romantisch-religiösen Kunstrichtung. Alte italienische und deutsche Mater dienten ihm als Vorbild (Wikipedia.de). Er hat eine Berufung König Friedrich Wilhelms IV, nach Berlin zu kommen, angenommen (Pfister).

 

  • Cacatum non est pictum bedeuter gekakt ist nicht gemalt (Reclam) (XI-44). Mit diesen Ausdruck wird die Art von Malerei, der Cornelius angehörte, ironisiert. Wieder das Skatologische.

 

  • Cornelius, Birch-Pfeiffer, Schelling und Maßmann waren Persönlichkeiten der Berliner Kulturszene. Sie waren Teil der Kulturpolitik Friederich Wilhelms IV (Krüger S. 306). Was Heine in Kapitel XI sagen will ist, dass wenn die Römer die Schlacht gewonnen hätten, es keine wesentlichen Änderungen für diese Kulturpersönlichkeiten gegeben hätte. Großmacht ist Großmacht, und Privilegien bleiben Privilegien. Immer schön auf der Seite der Macht bleiben. Ähnliches kann von den Professoren Raumer, Neander und Hengstenberg gesagt werden.

 

  • Im Vorwort habe ich schon von der differenzierten Stellungnahme Heines gesprochen. Hier ist dies noch deutlicher zu spüren. Hätten die Germanen die Varusschlacht verloren, dann hätten wir einen Nero, statt Landesväter drei Dutzend (XI-37-38). Heine kritisiert sowohl die Fürstentümer, also die Zerstücklung in Kleinstaaten, als auch den Zentralismus eines Großstaates, der einen Tyrann wie Nero ermöglicht hat. Er distanziert sich sowohl von der Feudalherrschaft als auch von dem Nationalismus einer Großmacht. Im Hintergrund steht wahrscheinlich der Gedanke, dass ein vereinigtes Deutschland nur unter preußischer Vorherrschaft möglich wäre. Dies hat sich dann auch als richtig erwiesen. Hier sieht man wie weitsichtig Heine war. Ein Nero kam nie zustande, aber doch einer der die Welt in Flammen setzen wollte.

 

  • Auch gefällt mir an Heine, dass er linienuntreu ist. Obwohl er alles kritisiert, was mit dem Hermannsdenkmal verbunden ist, hat er zu dessen Bau subskribiert (XI-64), d.h., Geld gespendet. Und das sagt er noch dazu mit Stolz!
 
 
 

 

CAPUT XII

 

Im nächtlichen Walde humpelt dahin
Die Chaise. Da kracht es plötzlich -
Ein Rad ging los. Wir halten still.
Das ist nicht sehr ergötzlich.

 Der Postillion steigt ab und eilt
Ins Dorf, und ich verweile
Um Mitternacht allein im Wald.
Ringsum ertönt ein Geheule.                              (XII-8)

Das sind die Wölfe, die heulen so wild,
Mit ausgehungerten Stimmen.
Wie Lichter in der Dunkelheit
Die feurigen Augen glimmen.

Sie hörten von meiner Ankunft gewiß,
Die Bestien, und mir zur Ehre
Illuminierten sie den Wald
Und singen sie ihre Chöre.                                    (XII-16)

 Das ist ein Ständchen, ich merke es jetzt,
Ich soll gefeiert werden!
Ich warf mich gleich in Positur
Und sprach mit gerührten Gebärden:

»Mitwölfe! Ich bin glücklich, heut
In eurer Mitte zu weilen,
Wo soviel edle Gemüter mir
Mit Liebe entgegenheulen.                                  (XII-24)

Was ich in diesem Augenblick
Empfinde, ist unermeßlich;
Ach, diese schöne Stunde bleibt
Mir ewig unvergeßlich.

 Ich danke euch für das Vertraun,
Womit ihr mich beehret
Und das ihr in jeder Prüfungszeit
Durch treue Beweise bewähret.                              (XII-32)

 Mitwölfe! Ihr zweifeltet nie an mir,
Ihr ließet euch nicht fangen
Von Schelmen, die euch gesagt, ich sei
Zu den Hunden übergegangen,

Ich sei abtrünnig und werde bald
Hofrat in der Lämmerhürde -
Dergleichen zu widersprechen war
Ganz unter meiner Würde.                                     (XII-40)

Der Schafpelz, den ich umgehängt
Zuweilen, um mich zu wärmen,
Glaubt mir's, er brachte mich nie dahin,
Für das Glück der Schafe zu schwärmen.

 Ich bin kein Schaf, ich bin kein Hund,
Kein Hofrat und kein Schellfisch -
Ich bin ein Wolf geblieben, mein Herz
Und meine Zähne sind wölfisch.                             (XII-48)

 Ich bin ein Wolf und werde stets
Auch heulen mit den Wölfen -
Ja, zählt auf mich und helft euch selbst,
Dann wird auch Gott euch helfen!«

 Das war die Rede, die ich hielt,
Ganz ohne Vorbereitung;
Verstümmelt hat Kolb sie abgedruckt
In der »Allgemeinen Zeitung«.                             (XII-56)

 

 

 

 

  •  Heine ironisiert die Tendenzpoesie, die propagandistischen Zwecke dient, und öfter Qualität durch politisches Engagement eintauscht. Die Schlagwörter und Floskeln von XII-21 bis 32 sollen die Tendenzpoesie ironisieren.

 

  • Mit den Wölfen heulen heißt sich einer Gruppe, aus Opportunismus, anschließen. Es wird die Tendenzpoesie kritisiert, deren Mitglieder manchmal nur Mitläufer waren.

 

  • In diesem Kapitel wird hauptsächlich der politische Kampf in Deutschland angesprochen. Auf der einen Seite gibt es Wölfe, also die Opposition, auf der anderen Seite die Schafe oder Lämmer, also die Jasager, die immer bereit sind, sich der Obrigkeit anzupassen. Dazwischen gibt es die Schwankenden, mal auf einer Seite, mal auf der anderen. Sie sind die Wölfe im Schafspelz oder sind es die Schafe im Wolfspelz? Da ist z.B. der Dichter Franz von Dingelstedt, der am Anfang politisch nah zu Heine stand, aber dann zum Hofrat ernannt wurde (siehe XII-38 und 46).

 

  • Ich habe schon ein paar Mal erwähnt, dass Heine seine Unabhängigkeit schätzt, d.h., dass er sich nicht Parteien, Linien / Richtlinien, Programme, Tendenzen, usw. anschließt. Dies wird in diesem Kapitel deutlich. Er setzt manchmal ein Schafspelz auf, aber es ist nur um sich zu wärmen. Ich bin ein Wolf und werde stets / Auch heulen mit den Wölfen - / Ja, zählt auf mich und helft euch selbst, / Dann wird auch Gott euch helfen! (XII 49-52). Heine ist ein Wolf, aber man sollte sich nicht auf ihm verlassen. Es ist natürlich bequem die Last des Kampfes immer auf andere zu schieben. Heine meint, dass man sich selber helfen sollte.

 

  • Gustav Kolb (1798 -1865) war liberaler Publizist und Redakteur der Allgemeinen Augsburger Zeitung zu der Heine öfter Beiträge veröffentlichte (Reclam) (XII-55).

 

 

 
 
 
 

 

 

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