Donnerstag, 21. Dezember 2017

Abschied von München (III) - Bettina – Liebe und Sexualität




Es gibt Sachen darüber spricht man nicht gerne. Ich bin auch nicht anders, obwohl ich anders sein will. Ich muss mich fügen den Sitten, den Gewohnheiten, auch wenn ich damit nicht einverstanden bin. Warum sollte man nämlich nicht sprechen über Dinge die so alltäglich, so gewöhnlich sind dass man kaum einen finden wird der damit nicht vertraut ist? Wenn sie dem Menschen so geläufig sind und wenn der Mensch schön ist, dann können diese Sachen doch nicht hässlich sein?

Die Logik funktioniert nicht immer in dieser Welt. Die Sachen lassen sich nicht in Richtig und Falsch einteilen. Der Mensch ist schön, aber doch nicht jeder, nicht in jeder Situation, nicht immer. Ich eingeschlossen. Und vielleicht gerade deswegen möchte ich hier darüber sprechen, weil ich es bereue, weil ich es überwinden möchte und weil ich es nur überwinden kann wenn ich darüber spreche. Warum?

Weil das Problem in der Verdrängung liegt und diese ist die Verneinung eines Teils des Ichs. Dadurch entsteht eine Zwist die Schmerz verursacht. Indem man die Sachen bearbeitet, wird die Möglichkeit gegeben diese Zwist zu überwinden.

Ich habe von Bettina gesprochen und von den zwei Welten die es zur Spaltung kommen liessen. Das ist aber nur ein Teil de Wahrheit, d.h. es beschreibt nur ein Teil der Wirklichkeit. Es gab eine andere Art von Spaltung.

Es wird kaum eine Liebe geben in der Sexualität keine Rolle spielt. Sexualität sollte Genuss und Freude bieten. Wie aber bringt man das zustande, besonders wenn mehr als eine Seite daran teil nimmt?

Dass Liebe mehre Seiten hat, das ist der Kern. Dass alle Seiten an der Freude und dem Genuss teilnehmen sollten, das ist die Richtung. Mindestens ist es meine. Wie aber kommt man dazu?

Was ein Problem sein könnte, kann aber auch die Lösung sein, nämlich wenn die Freude/Genuss der einen Seite, die Freude/Genuss der anderen bedeutet. Man sollte geniessen mit dem Genuss des anderen. Man braucht einige Zeit bis man dies einsieht, bis man es beherrscht, bis es einem gelingt.

Das Wichtigste das man dabei lernen sollte ist dass es mit dem Wille nicht getan ist. Es muss halt kommen, ganz natürlich. Und doch muss man es auftreiben, herbeischaffen, heranholen. Man will und doch soll es nicht gewollt sein. Vielleicht deswegen spricht man nicht gerne darüber.