Einleitung
Ursprünglich
beabsichtigte ich einen Dialog zwischen Karl und mir zu schreiben. Dann
überlegte ich mir: Karl ist doch nur eine erfundene Figur, eine Projizierung
meines Ichs. Warum kann also nicht ich selbst an seiner Stelle auftreten? Ich
bin dann frei, bin nicht an seinen Charakterzügen gebunden, und kann sagen was
ich will. Die Distanz zu ihm und seine Förmlichkeit erschweren ja nur die offene
Debatte.
Wie
bei der Schachnovelle spiele also ich
mit mir selber. Dem Risiko einer Persönlichkeitsspaltung will ich versuchen zu entgehen.
Ich behalte die Zügel in meiner Hand. Die Spannung, die zwischen zwei
verschiedenen Personen herrscht, will ich aber aufrechterhalten, um die
Eintönigkeit eines Monologs zu vermeiden. Auf der einen Seite ist das anmaßende
Ich, das gläubige Ich. Auf der anderen Seite der Skeptiker, der Ängstliche, der
Grübler, der immer im Zweifel Versunkene. Der erste baut die Thesen auf. Er
versucht immer, allgemeingültige Aussagen zu machen. Der zweite ist derjenige,
der die Thesen wieder abbaut, der an nichts glaubt, alles immer in Frage
stellend, alles immer relativierend.
Trotz
des oben Gesagten werde ich aber Karl weiter mitspielen lassen. Ich brauche ihn,
um Zugang zu der Vergangenheit zu haben. Außerdem will ich ja die verschiedenen
Texte miteinander verbinden und er scheint mir das geeignete Bindeglied. Zuletzt
fehlt mir der Mut, mich völlig von ihm zu trennen, ganz auf mich selbst zu bauen.
Erster Dialog zwischen ich und ich
„Da
haben wir es mal wieder. Du kannst nur mit dir selber sprechen. Kannst dich
nicht in jemand anderen einfühlen. Deswegen hast du dir ja das alles einfallen
lassen.“
„Jawohl,
du hast Recht.“
„Willst
also über Mittel zum Zweck sprechen und ich bin halt nur Mittel. Der Zweck bist
du.“
„Du
sollst mir helfen. Sonst wird es zu langweilig.“
„Und
wenn ich nicht mitmache?“
„Kannst
du ja gar nicht. Du musst mir immer widersprechen.“
„Stimmt.
Aber ... ich kann versuchen dich zu boykottieren, kann versuchen deine Thesen immer
wieder abzubauen; alles, was du sagst, werde ich in Frage stellen, werde
versuchen das Gegenteil zu beweisen.“
„Das
will ich ja gerade. Du bist nur Mittel zum Zweck. Der Zweck bin ich mit meiner
These. Und nun veränderst du, der du ja nur Mittel bist, die These. Die These
ist nicht mehr die ursprüngliche, weil du sie verändert hast. Wie wäre es aber,
wenn an die Stelle der These man ihre Veränderung setzen würde? Die neue These
ist, dass der Zweck ständig durch die Mittel verändert wird. Es gibt dann gar
keine Trennung mehr zwischen Mitteln und Zweck. Die Mittel werden zum Zweck und
der Zweck bestimmt die Mittel. Du veränderst mich und dadurch wirst du Teil von
mir selbst, und auch ich werde dir jedes Mal ähnlicher, weil du mich ja ständig
veränderst. Du und ich werden also zu ein und demselben Ich.“
Das Land wo Milch und Honig fließt
Kann
man überhaupt Mittel vom Zweck trennen? Nehmen wir mal an, dass ich auf der
Suche nach neuen Möglichkeiten bin. Mit diesem Ziel versuche ich neue Wege aufzuspüren.
Ich komme an einer Kreuzung an. Der Weg links führt ins Paradies, eine schöne
Grünanlage mit vielen Blättern, Blumen und Blüten. Honig fließt aus der
Baumrinde der Bäume und die Flüsse sind aus warmer Milch. Der Weg rechts führt
ins Krankenhaus. Der erste Weg ist aber versunken in Nebel und Dunkelheit. Er
ist lang, schwierig, voller Fallen, steiler Abfälle, tiefer Abgründe, vollbesetzt
von Bestien aller Art. Der Weg rechts ist sanft, breit, gut gepflastert und gut
beleuchtet. Ich entschließe mich für den Ersten, aber auf halber Strecke bin
ich schon so kaputt und zerschlagen, dass ich mich nur nach einem warmen Bett
in einem Krankenhaus sehne.
Zweiter Dialog zwischen ich und ich
„Das
Beispiel hast du aber schlecht gewählt. Du verwechselst ja Politik mit
Religion. Also leiden muss man, um ins Paradies zu kommen. Ich hätte von dir
etwas Originelleres erwartet. Die Idee ist doch die Lebensqualität zu
verbessern, nämlich gleich und sofort, und nicht erst am Ende des Weges, wie du
es in deinem Beispiel machst.“
„Ja,
aber du vergisst, dass es ein langer Weg dorthin ist. Viel muss geleistet
werden, bis man anfangen kann, das Leben zu verbessern. Ich meine natürlich für
alle. Viel Kampf ist notwendig, um dies zu erreichen, und Kampf ist Schmerz und
Not und Leiden. „
„Trotzdem
... Du machst das Leiden zum notwendigen Mittel. Das ist doch Christentum,
wobei du doch gar kein Christ bist. Außerdem, wolltest du doch beweisen, dass
Mittel zum Zweck werden, und dass der Zweck die Mittel bestimmen soll, und nun
hast du genau das Gegenteil gezeigt. „
„Du
hast schon Recht, das Beispiel ist stark vereinfacht. In Wirklichkeit wird das
Ziel nie erreicht, sondern der Weg ist ja das Ziel. Am Anfang ist der Weg hart
und abschreckend; aber langsam, Schritt für Schritt, wird es besser, und der
Weg wird breiter und bequemer. So sollte es sein. Aber du wirst einsehen, dass
dieses Bild viel schwieriger zu malen ist. Außerdem wäre dann die Geschichte
mit dem Krankenhaus viel unglaubwürdiger. “
„Da
haben wir es mal wieder. Mittel zum Zweck. Weil du ein einfaches Bild willst,
das leicht zu malen und noch dazu glaubwürdig ist, deswegen verfälscht du es. “
Erster Dialog zwischen Karl und mir
Karl
war tief in seinem Lieblings-Sessel versunken und rauchte lässig und bequem
eine Montecristo. Der Zigarren-Ring
war meinem Blick zugewendet und ich überlegte mir, ob es absichtlich war. Er
wollte mir immer imponieren. Ich ließ es auch geschehen. Meinetwegen ... Langsam
fing er an zu sprechen. „Ich wurde als Kind im KZ eingesperrt. Als Sohn eines
Sozialisten hat man mich in Schutz genommen. Nur so habe ich es überlebt. “
Wir
schwiegen eine Zeit lang. Ich überlegte. Wie sollte ich es sagen, ohne ihn zu
kränken? Sagte ich es zu abrupt, würde er sich verschließen, und es ließe sich nichts
mehr aus ihm rausholen. Ich fing also an zu sprechen, ganz allgemein. „Aber in
der Praxis, wie war so etwas zu machen? Einige Hunderte mussten doch täglich in
den Tod geschickt werden. Und dann gab es Arbeitskommandos, wo man es nur ein
paar Wochen aushalten konnte. Wie wurde die Auswahl getroffen?“
Karl
bewegte die Hand abwehrend und abwertend. „Da waren doch genug Spitzel und
Verbrecher vorhanden. Außerdem gab es die, die nicht mehr leben wollten, denen
alles gleich war, die nur dahin vegetierten, die Kranken und die völlig Heruntergekommenen.
Es gab genügend davon. Wenig und schlechtes Essen, Krankheit, Prügel und
Schlägerei sorgten schon dafür, dass ihre Zahl nur anstieg.“
Was
wollte ich denn? Ich, der dies alles nicht erlebt hatte, der keine Ahnung hatte,
wie schlimm die damaligen Verhältnisse waren, wollte ich jetzt den Richter
spielen? Gott? Wollte ich aus der Misere der Anderen, der Not und dem Elend,
noch Nutzen schlagen?
Dritter Dialog zwischen ich und ich
„Jetzt
wollen wir mal die Rollen tauschen. Du stellst die Thesen auf und ich säe die
Zweifel.“
„Das
passt dir. Das sieht dir ähnlich. Erst treibst du mich in die Wirrnis mit
deiner Logik, und dann, nicht zufrieden damit, willst du mich noch vor deinem
Logikwagen einspannen.“
„Wie
würdest du es formulieren, das Richtige und das Falsche. Diese Unterscheidung,
die braucht man doch, um leben zu können. Man muss die Sachen einschätzen
können, man muss Entschlüsse fassen, man muss Entscheidungen treffen, und dazu
braucht man den Verstand. Wir sind doch Menschen und keine Tiere. Wie handelt
man aber in Krisensituationen? Wie macht man es richtig, wenn alles Drumherum
falsch gemacht wird? Sind die Pfeiler falsch gesetzt, baut man darauf, als ob
man dies nicht wüsste? Welcher Bau entsteht dadurch? Richtig handeln, wenn
alles falsch gemacht wird, bedeutet dies nicht das Falsche zu billigen? Z.B.,
ich bin gegen Gewalt. Aber soll ich gewaltlos mit der Gewalt umgehen? Soll ich
einfach zusehen, wenn Gewalt angewendet wird?“
„Ich
mache es wie Buddha. Keine Antwort gibt es auf deine Fragen.“
„Du
machst es dir einfach. Aber handeln muss man doch. Oder willst du ewig unter dem
Brotbaum sitzen?“
„Trotz
meine Zweifel bin ich dir wohlgesinnt, das weißt du ja. Aber das mit dem
Verstand ... Glaubst du denn wirklich daran? Verstand, das sind doch nur ein
paar Regeln, mit denen man eine Konstruktion aufbaut. Ändert man die Basis, die
Prinzipien, man kann auch von grundlegender Moral sprechen, dann können
dieselben Regeln zu einer ganz anderen Konstruktion führen.“
„Verstand
sind aber nicht nur die Regeln, die Logik, mit der die Konstruktion entsteht.
Verstand ist auch die Basis, die Prinzipien und die Moral.“
„In
diesem Fall hat dann jeder seinen eignen Verstand und wir kommen nicht weiter
in der Gesellschaft. Es fehlt das soziale Gefüge, das Objektive im Subjektiven.“
„Ja,
vielleicht sollte man von Gemeinschaft anstatt Gesellschaft sprechen.“
Der Verstand
Ich
bin ein Anhänger des Verstands, immer, in allen Situationen, auch in Krisen.
Das heißt aber nicht dass man auf Gefühle, Empfindungen und Intuition
verzichten sollte. Im Gegenteil. Es gibt Momente im Leben, wo man sich völlig
von den Sinnen, Instinkten und Impulsen führen lassen muss. Gefühle sind Teil
des Verstands. Es gibt da eine wechselseitige Beziehung zwischen Gefühl und
Verstand. Der Verstand erzieht die Gefühle, aber, ohne Gefühle, wo bliebe dann der
Verstand? Man wird doch nur aufmerksam auf einen Gegenstand oder eine Tatsache,
wenn die Sinne uns darauf aufmerksam machen. Und wie kann man die Welt
verstehen ohne Bezug auf Gegenstände und Tatsachen?
Was
ist aber der Verstand? Verstand ist nicht gleichzusetzen mit Logik. Verstand
ist hin und dann wieder zurück, ist Ja sagen, es dann aber wieder bereuen.
Verstand ist eine Entscheidung zu treffen, aber dann zu dem Schluss kommen, dass
man es falsch gemacht hat. Verstand ist nicht im Gleichtakt zu marschieren, sondern
sich in der Situation einzufühlen, im Dunkel den Weg betastend, alle Richtungen
abtastend, alle Wege versuchend, weil es immer einen besseren gibt.
Verstand
ist beurteilen, aber hauptsächlich das Urteil beurteilen, sich selber
beurteilend. Verstand ist mehr Fragen zu formulieren als Fragen zu beantworten.
Will man die Frage beantworten, so fragt man immer, wie und auch ob man sie
beantworten soll. Hat man auch genügend Informationen, um die Antwort zu geben?
Hat man sie nicht, kann man dann nicht die Antwort etwas hinausschieben? Wie
dringend ist sie denn? Wem wird mit der Antwort geholfen?
Vor
allem aber sollte man den Verstand beurteilen. Ist der Versuch, die Sachen zu
verstehen, überhaupt angebracht? Sollte man die Sachen nicht einfach hinnehmen,
so wie sie sind? Einfach die Sachen anschauen, ohne sie zu bewerten, ohne zu urteilen,
ohne sie in Gut und Böse einzuteilen und sie dadurch zu entzweien.
Übernimmt
man eine Rolle oder Aufgabe, muss man sich fragen, wem wird dabei genützt? Nur sich
selber? Genügt das? Für wie lange? Wenn anderen Menschen dabei geholfen wird,
wissen sie das, sind sie damit auch einverstanden oder ist das nur mein
Verständnis? Welche sind die Kosten? Wie hoch? Wie tief und breit sind die
Spuren, die hinterlassen werden? Wie lange wird es dauern, bis sie sich im
Staub wieder auflösen? Kann man diese Fragen überhaupt beantworten? Wenn nicht,
warum die Frage? Wie kann man Fragen beantworten, wenn man sie nicht beantworten
kann?
Übernimmt
man eine Rolle oder Aufgabe, muss man sich fragen: Welche sind die Motivationen?
Warum wird so gehandelt? Ist es nur Ehrgeiz, Macht und Geld? Wie lange lässt
sich so etwas halten? Welche sind die Folgen? Was hat man davon, kurzfristig,
mittelfristig und langfristig? Woher kommt das Bedürfnis? Wieso? Ist es nicht
Ehrgeiz, Macht und Geld, was ist es dann?
Vierter Dialog zwischen ich und ich
„Das
überschreitet jetzt jede Regel des Anstandes. Nicht zufrieden, die Rolle des Mittels
mir aufzuzwingen, damit du mit dir selber besser sprechen kannst, schaltest du
mich aus, wenn es dir nicht passt. Das ist jetzt schon zwei Mal passiert. Du
kannst also Großzügigkeit und Toleranz nicht einmal innerhalb deines Ichs
gelten lassen.“
„Du
bist halt nur Mittel zum Zweck. Dienen die Mittel nicht dem Zweck, so werden
sie ausgeschaltet.“
„Dann
gibt es noch eine zweite Sache in deinem letzten Monolog, die mich stört. Ich
bin doch der Skeptiker, der immer alles Relativierende. Aber du, mit deinem dialektischen Denken, mit deinem hin-und-her,
deinem Jasagen und es dann wieder bereuen, Entscheidungen zu treffen, um sie dann
wieder rückgängig zu machen, sich in die Situation einfühlend, im Dunkel den
Weg betastend, alle Richtungen abtastend, alle Wege versuchend, du erlaubst dir
doch damit alles! Du machst es dir bequem mit deiner Dialektik. Wenn Ja und
Nein richtig sind, dann ist doch alles richtig! Dann wird doch alles erlaubt. Du
und dein Verstand, sie sind ja nur Mittel zum Zweck. Der Zweck ist es, sich zu behaupten,
Recht zu haben, das zu machen, was du willst. Der Zweck bist doch du.“
... Lange Pause ...
„Du
hast recht und doch hast du nicht ganz recht. Man muss dialektisch mit der
Dialektik umgehen. Dass sich alles bewegt, dass alles richtig und dann falsch
sein kann, bedeutet noch lange nicht, dass man sich alles erlauben darf. Es
bedeutet nur, dass, wenn man sich jetzt für das Richtige entscheidet, man es
später bereuen kann. Den Preis dafür muss aber bezahlt werden, im einem Fall
wie im anderen, sowohl für die Entscheidung als auch für die Reue. Ferner hast
du recht mit der relativierenden Haltung, die alles ermöglicht, und alles immer
ins Schwanken bringt. Der immer alles Relativierende, das bist doch du! Aber
ich und du, wir sind ein und dieselbe Person. Scherz beiseite, ich kann mir wirklich
keinen festen Kodex, keine über alles stehenden Ethik oder Moral, die uns
lenken soll, denken. Das ist zu einfach. Aber alles mir selber oder einer
kleinen Gruppe, sei sie noch so auserwählt oder auserlesen, zu überlassen, da
hast du völlig Recht, es führt nur zu Unfug. Es gibt also nur eine Lösung für
dieses Dilemma. Die Zahl derer, die an der Entscheidung teilnehmen, muss groß genug
sein, um diesen Unfug zu vermeiden. Am besten wäre es, wenn alle Betroffene sich
beteiligen. Das mag vielleicht nach Utopie klingen, aber, was Utopie von
Wirklichkeit unterscheidet, ist manchmal nicht viel mehr als ein bisschen
Wille, ein bisschen Glaube und ein bisschen Mut, besonders wenn der Wille, der
Glaube und der Mut von allen getragen werden.“
Zweiter Dialog zwischen Karl und mir
Karl
beobachtete mich kritisch. Kritik ... das ist gefährlich, dachte ich ironisch.
Die Montecristo ruhte gelassen und
schläfrig zwischen den Fingern seiner rechten Hand. Er zündete sie wieder an
und blies eine blaue Wolke mir ins Gesicht. Wo wollte ich denn hin mit meiner
Fragerei, dachte er wahrscheinlich. Nach einer großen Pause kam ich nur zu „Ja,
aber ...“
Er
unterbrach mich sanft. „Ich verstehe deine Zweifel und Bedenken. Es sind die
Zweifel und Bedenken vieler. Einige davon sind gutgesinnt. Andere aber verfolgen
dunkle Ziele, sie versuchen in trüben Wassern zu fischen, ohne die Verhältnisse
zu berücksichtigen, in denen wir damals lebten. Von außen ist alles immer sehr
einfach, weil man in den Sachen nicht verwickelt ist, weil man die Einzelheiten
nicht kennt, die ja die Sachen verwickelt machen. Wir waren in einer verdammt
schwierigen Situation. Ständige Angst um das Leben, Seuchen, Hunger,
Erniedrigung, schlimme Arbeitsbedingungen, Misshandlungen aller Art waren der
Alltag. Selbstverständlich konnte die SS die Verwaltung des Lagers nicht
alleine bewältigen. Es waren zu viele Häftlinge und zu wenig SS-Männer zur
Verfügung. Aber es gab doch die Grünen, die Berufsverbrecher, die bereit waren
mit ihnen zu arbeiten. Natürlich haben die Grünen dann Nutzen daraus gezogen,
und man braucht nicht sehr viel Einbildungskraft, um zu begreifen, zu welchen
Missständen es kommen kann, wenn man Verbrecher an der Verwaltung eines
Komplexes lässt. Korruption, Diebstahl, Mord und Totschlag, Kämpfe, Aufstand,
Revolte und allerlei Gewalttaten werden dann zum Alltag. Das war ja auch der
Hauptgrund, wieso die SS auf die Roten zurückgriff. Es war auch für die SS
vorteilhaft, wenn die Arbeit ordnungsgemäß ablief. Nach sehr harter Arbeit gelang
es uns, die innere Organisation des Lagers zu übernehmen, zum Vorteil fast
aller. Die schlimmsten und gröbsten Übergriffe konnten dadurch verhindert
werden. Natürlich hatten wir nicht sehr viel Spielraum, natürlich hatte die SS
die Oberhand, aber es wurde gerechter, und hier und da war eine Verbesserung möglich.
Dass nicht alles immer planungsgemäß ablief, dass es da ab und zu Fehler gab,
das ist doch selbstverständlich. Es waren aber nur Ausnahmen und die Ausnahme
bestätigt die Regel. In der Regel wurde die innere Lage, durch den Eingriff der
Roten, besser. Das geben alle zu. Fast alle.“
Fünfter (und letzter) Dialog zwischen ich und ich
„Es
gibt da Sachen, über die ich mich mit Karl nicht unterhalten kann. Er würde es
nicht verstehen. Mehr noch, er würde es mir übel nehmen. Hier geht es um Macht.
Meistens denkt man Macht als Mittel zum Zweck. Man will Macht haben, um Sachen
auszuführen, Geld zu verdienen, ein Werk aufzubauen, Leute zu fördern oder ihnen
zu helfen. Aber Macht kann zum Selbstzweck werden. Man will Macht haben, weil
es Spaß macht, mächtig zu sein. Die psychologischen Hintergründe solch eines
Verhaltens, will ich ganz außer Spiel lassen. Sie sind für die Ideen, die ich
hier entwickeln will, völlig irrelevant. Ich würde damit nur die individuellen
Gegebenheiten berücksichtigen, und hier geht es mir um das Allgemeingültige.“
„Versuch
objektiver zu sein, und bitte komm nicht immer mit so umschweifige und
langwierige Einführungen. Komm direkt zum Punkt. Was hat das mit Karl zu tun?“
„Versuch
dich einmal ganz konkret da einzufühlen. Versuch mal die Rolle einer der Roten Kapos zu übernehmen. Das Leben so vieler war in deinen
Händen, du konntest entscheiden über Leben und Tod, wer den Todeskommandos
zugeteilt wurde, und wer gerettet werden sollte. Würdest du solch eine Rolle
übernehmen?“
„Das
musst du dich selber fragen.“
„Ich
glaube kaum. Es wäre zu viel Verantwortung, und dem Gewicht dieser
Verantwortung wäre ich nicht gewachsen. Ich könnte es einfach nicht.“
„Du
kannst dich in der Situation nicht einfühlen, das ist alles. Wenn es um dein
Leben ginge, wenn es darum ginge, dein Leben und das Leben deiner Freunde zu
retten, könntest du es dann? Brecht sagt so schön:
Keiner ging, weil er es wollte.
Aber ist nicht jeder der zurückkehrt
Sieger,
So ist auch keiner Sieger, der
nicht zurückkehrt.
Sieger ist nicht jeder der
zurückkehrt,
Aber keiner hat gesiegt, der
nicht zurückkehrt.
Zurückkehren,
am Leben bleiben, darum ging es. Und, um dieses Ziel zu erreichen, war man
bereit jeden Preis zu zahlen. Es blieb einem gar nichts anderes übrig als da
mitzumachen. Man hatte keine
Wahl.“
„Ich
bleibe bei meiner Position. Ich würde da nicht mitmachen, selbst wenn mein
Leben auf dem Spiel stehen würde. Nicht aus moralischen Gründen, sondern
einfach weil ich es nicht könnte. Es wäre mein Tod, und da scheint mir der
direkte Tod besser.“
„Nun,
selbst wenn es so wäre, beweist es nichts. Es beweist nur, dass du es nicht
kannst. Andere aber konnten es, und sie sind deswegen nicht schlechter als du.
„
„Gut
und Böse, besser oder schlechter, darum geht es mir hier nicht. Das wäre eine
grobe Vereinfachung. Worum es mir hier geht, ist zu zeigen, dass die Macht, die
ja nur Mittel zum Zweck sein soll, aber Selbstzweck werden kann, noch eine
andere dynamischere Rolle spielt. Mittel zum Zweck, oder Zweck selbst, egal aus
welchem Grund gehandelt wird, das ist nicht das Wichtigste. Das Wichtigste ist
die Veränderung, die im Menschen durch die Macht hervorgerufen wird. Der Mensch,
der freiwillig oder gezwungen den Gott spielt, Herr über Leben und Tod ist, der
kann einfach nicht mehr zurück. Er kann einfach nicht mehr zu der Rolle eines
einfachen Menschen zurückkehren. Er verändert sich. Die Ausübung der Macht
verändert ihn. Und hier kommen wir zu Karl und die Roten Kapos zurück. Wie viele wurden dann in Spitzenpositionen der
DDR aufgenommen? Wie viele übernahmen Führungsrollen in der Stasi und der Volkspolizei?
Sie konnten einfach nicht mehr anders.“
„Damit
beweist du wieder nichts. Wie viele von der SS wurden von den westlichen
Sicherheitsorganen übernommen?“
„Eben
das ist es. Macht bleibt Macht, sei es von links, sei es von rechts. Selbst
wenn die Macht nicht das ursprüngliche Ziel war, hat sie sich, durch die
Veränderung die sie hervorgerufen hat, dem Menschen aufgezwungen.“
Faschismus oder Stalinismus?
Hinter
dieser Frage steht die These, dass der Mensch schlecht ist. Wird man nämlich zu
einer Wahl zwischen zwei schlechten Sachen gezwungen, so geht man davon aus,
dass es nur das Schlechte gibt. Ich will aber das Gute, ich habe ein Recht das
Gute zu wollen, und ich finde es eine Zumutung mich aufzufordern, zwischen zwei
schlechten Alternativen zu wählen.
Im
Grunde genommen zielt die Frage auf die Gleichstellung zwischen Faschismus und
Stalinismus, und ich weigere mich da mitzumachen. Übrigens, vergleichen, hat
das überhaupt Sinn? Vergleichen, nur um zu vergleichen, wem dient so etwas? Man
macht Vergleiche, wenn man unbedingt dazu gezwungen wird, wenn damit eine
Entscheidung zusammenhängt, die unbedingt getroffen werden muss. Aber ich bin
weder an Faschismus noch an Stalinismus interessiert. Warum muss ich dann beide
miteinander vergleichen? Wenn nicht einmal zwei Bleistifte von derselben Farbe,
Marke und Format gleich sind, wie kann man solche verschiedene Systeme überhaupt
vergleichen? Was ist besser: ein Stuhl oder ein Tisch? Oder, korrekter, was ist
besser: von einem Haifisch oder von einem Tiger aufgefressen zu werden?
Es
gibt noch eine weitere Möglichkeit. Man will einfach nicht erlauben, dass etwas
Neues auftaucht. Deswegen stellt man die Frage überhaupt. Man will keine neuen
Ideen zulassen. Die Geschichte ist geschrieben. Die Geschichte ist beendet. Dadurch
sparen sich die Herren ihr Geld, denn mit dem Alten haben sie schon gelernt
umzugehen. Sie beschränken also die Auswahl auf die zwei oben genannten
Systeme. Neues bedeutet Risiko, und Risiko lässt die Papiere an der Börse
fallen.
Dritter (und letzter) Dialog zwischen Karl und mir
Ich
schwieg lange Zeit. Karl aber spürte Bedenken in meinem Gesicht, und mein Schweigen
rührte ihn. Vielleicht waren es Zeichen meiner Rücksicht: ich wollte ihm nicht
heikle Fragen stellen. Vielleicht waren es auch seine Fragen. Ich spürte jedenfalls
seine Dankbarkeit, und auch ich war dankbar dafür. Ganz sanft fing er an: „Der
Mensch ist ein Rätsel. Natürlich wird der Mensch durch sein Handeln verändert,
keiner ist der gleiche nachdem etwas Tiefgreifendes geschehen ist. Aber
dieselbe Handlung kann bei zwei verschiedenen Personen ganz andere Wirkung haben.
Die einen werden durch die Macht arrogant und tyrannisch. Andere macht die
Macht bedenklich, vorsichtig, behutsam. Sie werden weiser. Nach gewissen
Ereignissen bleibt keiner was er war, aber wie sich die Veränderung abspielt,
das kann man nicht im Voraus wissen. „
Ich
nickte, und er fuhr fort. „Wir waren eine Gruppe. Wir waren an Disziplin gewohnt,
und ein Befehl war eben ein Befehl. Da gab es gar nicht so viel Bedenken, so
viel Grübelei und Gewissensbisse, wie du es dir vorstellst. Es wurde gehandelt,
den Anweisungen folgend, und damit war die Sache erledigt.“
Diesmal
konnte ich mich nicht ans Schweigen halten: „Gehorsam, ist denn das ...“
Er
unterbrach mich sanft. „Ich weiß, Disziplin und Gehorsam sind nicht mehr
modern. Heute folgt jeder nur seinem Ich, guckt in sein Handy. Aber das
funktioniert ja nur, weil das Ich vom Handy aufgelöst wurde. Die Leute bewegen
sich wie eine Herde im Gleichschritt. Wir sind umgeben von Maschinen, die den
Takt bestimmen, in dem getanzt wird. Die Technologie und ihre Hersteller
bestimmen, wie und was man denken soll, und die Menschen unterscheiden sich nur
in der Frisur und in der Farbe der Kleidung. Da braucht man natürlich nicht
mehr Gehorsamkeit und Disziplin, weil die Leute sowieso das machen, was
verlangt wird. Wer nicht folgt, der kriegt keinen Platz an der Sonne, und da
alle sich sonnen möchten, folgen alle. Die Sonne das ist der allgegenwärtige
Markt. Wir hatten keinen Markt, und deswegen war Disziplin notwendig.“
„Disziplin
darf aber nicht aufgezwungen werden.“ Ich sagte es so leise, dass er es nicht
hörte, oder besser, er überhörte es.
Schon
fuhr er wieder fort. „Auf Begierde, Sucht, Lust und Triebe aufzubauen, das ist leicht.
Es ist das Primitive, das Ursprüngliche, es sind die Wurzeln. Es ist die Natur
im Menschen, aber nicht notwendigerweise die Natur des Menschen. Wir aber
wollten weg von dieser Ursprünglichkeit, wir wollten nicht bei den Wurzeln
bleiben. Wir wollten Blätter, Blumen, Blüten. Und da muss man einen neuen
Menschen schaffen. „
„Ist
das überhaupt möglich? Ward ihr nicht zu anspruchsvoll in euren Zielen?“ Als
ich die Fragen stellte, bereute ich es sogleich. Ich hätte von mir einen
originelleren Kommentar erwartet. Ich war etwas verlegen und beschämt, und Karl
merkte es.
Er
fing gleich wieder an zu sprechen. „Ob es möglich ist, das weiß ich nicht. Sicherlich
ist es nicht möglich, wenn man es nicht versucht. Vielleicht war das Korsett zu
eng, in dem wir den Menschen zwingen wollten, vielleicht sollte man ihn gar
nicht dazu zwingen, das mag sein. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, ist,
dass es ohne eine gewisse Disziplin nicht geht. Es einfach den Trieben zu
überlassen, einfach von dem Markt sich führen zu lassen, das bringt uns wieder zum
Dickicht, zum Urwald, zur Wildnis zurück. Wählen muss man zwischen Zivilisation
und Barbarei, zwischen vorwärts- oder rückwärtsgehen. Und natürlich ist
Barbarei, zurück zum Schoss der Mutter Natur, der einfachere Weg, der natürlichere, der ungezwungene. Man
braucht es dann nur der Trägheit zu überlassen. Sie führt uns dann schon in den
Abgrund, ohne Zwang und ohne Korsett. „
Es
gab schon eine gewisse Logik in den Gendanken, die Karl ausgesprochen hatte.
Aber etwas stimmte nicht an dem Bild des Korsetts. Dass Zivilisation gewisse
Korrekturen an der Körperhaltung erfordert, nennen wir es Anpassung, Erziehung,
Lern oder Entwicklungsprozesse, das konnte ich einsehen. Dass man es nicht
völlig der Natur und den Trieben überlassen kann, damit war ich einverstanden.
Aber dieses Korsett, von dem Karl sprach, war es auch das Richtige? War es das
einzig Mögliche?
Abschluss
In
Anspielung auf das Gedicht An die
Nachgeborenen von Brecht, will ich versuchen die Ideen zusammenzufassen.
1
Die
Zeiten waren finster damals. Sie sind aber noch viel finsterer geworden. Wir
sind nicht aufgetaucht aus der Flut, in der Brecht untergegangen ist. Wir
stecken noch viel tiefer darin. Das Ziel, man sah es damals. Es war in großer Ferne,
aber deutlich sichtbar. Was ist das Ziel heute? Wir bewegen uns zwischen
Gespenstern der Vergangenheit. Faschismus und Stalinismus, keines der beiden
wollen wir. Aber was wollen wir?
Das
arglose Wort ist weiter töricht und eine glatte Stirn deutet immer noch auf
Unempfindlichkeit, aber arglose Wörter, Torheit, glatte Stirn und
Unempfindlichkeit, sie sind zu Zielen geworden, sie deuten auf Erfolg und
Lebenskunst. Und wer spricht dann heute noch über Bäume oder kann in Ruhe die
Straße überqueren?
2
Ich
wäre gerne auch weise. Man sagt, Weisheit sei, die richtige Entscheidung am
richtigen Platz zur richtigen Zeit zu treffen. Was ist aber richtig und was ist
falsch? Man sagt, man brauche den Verstand dazu. Aber, wie kann ich Verstand
benutzen, in einer Welt, die ich nicht mehr verstehe? Mache ich es richtig wie
die anderen, dann ist es doch ganz falsch, weil die anderen es falsch machen. Außerdem,
wenn der Weg der Richtige ist, wird auch das Ziel das Richtige sein? Oder
umgekehrt, wenn ich das richtige Ziel wähle, wird auch der Weg dorthin der Richtige
sein? Soll man zu dem Schluss kommen nachdem man das Ziel erreicht hat oder
bevor man den Weg einschlägt? Was bestimmt die Richtigkeit, das Ziel oder der
Weg, der Zweck oder die Mittel?
Ich
wäre gerne auch weise. Als weise gilt, gewaltlos mit der Gewalt auszukommen. Aber
wenn dem Hungernden das Brot fehlt, nicht weil es fehlt, sondern weil man es
ihm nicht gibt, wenn man dem Verdurstenden das Glas Wasser verweigert, das am
Brunnen entrinnt, soll ich da einfach zusehen? Wirklich, ich lebe in finsteren
Zeiten.
3
Ich,
der den Boden bereiten wollte für Freundlichkeit, konnte selber nicht
freundlich sein. Ich, der gegen Hass, Unrecht und Niedrigkeit kämpfen wollte, konnte
nicht ohne Zorn und heisere Stimme auskommen. Wie lange werde ich noch warten
müssen? Werden meine Züge nicht vom Hass und Zorn verzerrt? Werde ich je wieder
freundlich sein können?
Ich
kam in die Städte zu der Zeit der Ordnung. Unter den Menschen kam ich zu der
Zeit der Unterwerfung. So verging meine Zeit, die auf Erden mir gegeben war. Die
Liebe pflegte ich achtsam und die Natur sah ich mit Geduld. Aber wie viele
Fragen der Liebe blieben unbeantwortet, und wie viele Wünsche der Natur blieben
unbefriedigt?
Die
Zeiten könnten hell und leuchtend sein. Das macht sie noch finsterer. Es liegt nämlich
in unseren Händen, sie hell und leuchtend zu machen. Mittel sind vorhanden und
Erde gibt es genug, um allen Brot zukommen zu lassen. Auch Energie, Wasser und
Luft reichen für alle aus. Frieden ist möglich. Warum wird aus der Möglichkeit
nicht Wirklichkeit? Warum werden die Mittel nicht zum Zweck, und warum besteht der
Zweck nicht darin, die Mittel für alle verfügbar zu machen? Warum so viele Fragen
überhaupt? Ist es, weil neue Fragen eine Art von Antwort auf alte Fragen sind,
oder schaffen sie nur neue Zweifel? Ich, der Fragen beantworten wollte, konnte
nur weitere Fragen stellen.
Anhänge
Unten,
einiges Material das ich nicht benutzen konnte, weil ich nicht den richtigen
Platz fand, oder weil es den Rhythmus der Erzählung störte.
Anhang 1 - Mittel zum Zweck – der Weg und das Ziel
Warum
muss man die Sachen immer trennen, immer Grenzen setzen? Man betrachte z.B. den
Weg und das Ziel, die auch als Metaphern für Mittel und Zweck benutzt werden können.
Wenn das Ziel ein bestimmtes Haus ist, dann sind die Grenzen klar gesetzt. Das
Haus ist von den Straßen und von den Wegen, die zu ihm führen, abgegrenzt. Es
gibt eine Tür, es gibt den Zaun, die die Grenzen setzten.
Wenn
aber Ziel und Weg metaphorisch gemeint werden, dann ist es schon schwieriger.
Z.B. wenn der Weg die Ausbildung und das Ziel der Beruf sind, dann wird doch,
durch die Ausübung des Berufs, die Ausbildung verbessert, und auch die Ausbildung
schließt meistens eine Lehre oder ein Praktikum, d.h. eine Art von Ausübung der
beruflichen Tätigkeit mit ein.
Nimmt
man die Begriffe Weg und Ziel, Mittel und Zweck in einen noch breiteren Sinn,
dann sind die Grenzen noch viel schwieriger zu definieren. Nehmen wir mal an, wir
wollen ein neues politisches und wirtschaftliches System errichten. Wann wird
dann dieses Ziel erreicht? Wird es jemals erreicht? Es handelt sich doch hier nicht
um eine Lage oder einen Zustand, also etwas Statisches, sondern es handelt sich
um einen Prozess, also etwas Dynamisches. Ist der Weg dorthin nicht Teil des
Ziels? Besser gesagt, was bleibt vom Ziel, wenn man den Weg ausschließt?
Der
Weg entsteht beim Gehen. Der Weg entsteht, indem man ihn geht. Aber auch das
Ziel, es ist nichts weiter als das Gehen. Das Ziel, es wird niemals erreicht. Es
wird erreicht, indem man den Weg zu ihm geht. Der Weg ist nämlich das Ziel, und
das Ziel, es ist der Weg.
Nehmen
wir mal den Menschen an. Er ist Teil des Ziels. Ich würde sogar sagen, dass die
Formung und Gestaltung des Menschen der wichtigste Teil des Ziels ist. Aber was
den Menschen formt, das ist doch der Weg! Der Mensch wird doch nur, durch den
Weg den er geht, geformt.
Anhang 2 - Mittel und Zweck
Das
Schlimme ist nicht, schlimme Mittel durch den Zweck rechtfertigen zu wollen.
Das Schlimme ist sie zum Zweck selbst zu machen. Oder, besser gesagt, schlimme
Mittel durch den Zweck zu rechtfertigen, beabsichtigt meistens sie zum Zweck
selbst zu machen.